Diese Persönlichkeit ist nicht häufig vertreten, aber man begegnet ihnen hin und wieder einmal. Sie tauchen die Welt in ein „rosa Licht“, lassen uns träumen, alles Schwere ein wenig leichter sehen, Hoffnung und Zuversicht stellen sich ganz unmerklich wieder ein, wir können wieder lächeln…
Ein bezaubernder Mensch verbreitet eine märchenhafte Atmosphäre, er kann sehr bildhaft, anschaulich erzählen, durchzogen von häufigen und treffenden Vergleichen, seine Stimmlage gleicht der eines orientalischen Geschichtenerzählers, alle Zuhörer „erleben“ es quasi mit, was er erzählt. Um ihn herum wird es mäuschenstill. Wir fühlen uns geborgen und wohl, ganz so, als wäre die Welt um uns herum voller Wunder und Überraschungen, alles ist möglich.
Stellen Sie sich einmal vor, ein Lehrer/in oder ein Zahnarzt hätte ein wenig von dieser Persönlichkeit in sich. Wäre das nicht schön?
Nun kennen wir aber auch die Verzaubernden. Sie können uns, gleich der bösen Fee im Märchen, regelrecht verzaubern. Sie wollen einem ein „X für ein U“ vormachen. Wollen uns Dinge glauben lassen, die fern der Realität sind, die uns in Unkosten stürzen, uns auf eine falsche Fährte führen. Sie gleichen dem Fuchs im Märchen von Pinocchio, der dem armen Pinocchio weismacht, wenn er Goldstücke in ein Feld einpflanzt, dann wachsen ihm Goldstücke, so viel er will.
Wonach sehnen sich die „Zauberhaften“? Nach mehr Liebe und Gerechtigkeit.
Und auch nach Macht, die Welt nach ihren Vorstellungen verändern zu können.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen in unregelmäßiger Folge auf allgemein verständliche Art und Weise das Bewusstsein, die Ganzheitlichkeit, das Unterbewusstsein, Gedanken und Gefühle, das „Klar-Sein“ oder – wie man zu sich selbst kommt veranschaulichen, begleitet von zum Schmunzeln geeigneten Darstellungen von Persönlichkeiten, die nicht bei sich selbst sind.
Donnerstag, 16. Juni 2011
Der „Nein“ Sager
Der Neinsager ist überzeugt davon, damit besonders intelligent, progressiv, kritisch und interessant zu wirken. Er ist zunächst einmal dagegen. Er hat „Biss“, denkt er, manch anderer übrigens auch. Er will es anderen nicht zu leicht machen, er will nicht als Versager gelten, verkompliziert selbst einfache Zusammenhänge und Entscheidungen, wirkt aggressiv, kalt, unnahbar, unbestechlich, meist schlecht gelaunt, manchmal haben seine Mitmenschen sogar Angst vor ihm und sind gefügiger ihm gegenüber als sie es normalerweise sind.
Genau das will der Neinsager, denn sein innigster Wunsch ist Anerkennung.
Genau das will der Neinsager, denn sein innigster Wunsch ist Anerkennung.
Er glaubt, wenn er Fehler aufspürt, und er ist gut darin, besonders solche, die andere machen, ist er wichtig, ja unentbehrlich und besonders wach. Nein, ihn führt keiner hinter’s Licht, und würde es jemandem gelingen, müsste er sich sogleich, aber mit noch mehr Eifer, auf einen neuen Fehler stürzen, um wieder „Nein“ sagen zu können.
Sein Lebenselixier besteht darin, andere oder anderes als falsch dastehen zu lassen, damit er glänzen kann.
Das macht er recht geschickt, denn manchmal hat er keine schlechte Laune, dann kann er sehr charmant lächeln und sogar seinen Arm um jemandes Schulter legen und mit sanfter, leiser Stimme, so also hätte er Kreide gefrühstückt, sagen „liebe Frau, lieber Herr XY, ich verstehe Sie ja, aber so können wir das leider nicht machen, Sie verstehen…?
Der Empfänger solch’ seltener „Liebkosungen“ fühlt sich natürlich geschmeichelt, endlich hat er mich einmal verstanden, und gibt natürlich nach.
Manch’ Neinsager dreht seine Strategie ins Gegenteil um, man hört ihn immer mit sanfter, liebenswürdiger Stimme und bittenden Augen einen Wunsch äußern, den ihm natürlich niemand abschlagen kann…, bis auf das eine Mal, wenn sein Gegenüber einmal "Nein" sagt, dann wird der Neinsager deutlich und stellt sein Gegenüber vor eine Alternative, die keine ist, um gleich wieder mit lieblicher Stimme zu fragen, haben wir uns jetzt verstanden?
Der „Ja“ Sager
Der Jasager ist überzeugt davon, damit am besten durchs Leben zu kommen, denn er sucht in erster Linie nach Sicherheit. Sicherheitshalber sagt er zu allem erst einmal „ja“. Der Gesprächspartner nimmt natürlich an, der Jasager sei mit ihm einer Meinung, das freut ihn und er spricht munter weiter, stets begleitet von einem vielsagenden Kopfnicken und dem sich in Variationen wiederholendem „Ja“, ja selbstverständlich, oh ja, ja, bin ganz ihrer Meinung, aber ja doch, es kann nicht anders sein, das ganze begleitet von entsprechenden Handbewegungen und zum Schluss ein bejahender Handschlag mit der Bestätigung, ich bin ganz auf ihrer Seite. (Wo soll er auch sonst sein?!) Wenn die erste Euphorie über das nette Gegenüber langsam verfliegt, was einige Wochen oder auch länger dauern kann, wird der Gesprächspartner stutzig. Das kann doch gar nicht sein, denkt er sich insgeheim, ich habe so viele verschiedene Themen angeschnitten und immer ist der andere meiner Meinung? …
Er ist es natürlich nicht. – Und nun kommt die Überraschung, zunächst nimmt man an, der andere traut sich vielleicht nicht seine Meinung zu sagen, aber weit gefehlt, in aller Regel hat der Jasager keine Meinung. Er will auch keine haben. Was er hat, ist Angst. Angst vor allem und jedem. Und diese Angst will er sich nicht eingestehen, seinem Gegenüber noch viel weniger. Angst einen Fehler zu machen, Angst nicht gemocht zu werden, Angst sich zu blamieren, Angst ein Außenseiter zu sein, Angst vor Verantwortung, denn der Jasager lässt durch sein ewiges Ja sagen die Entscheidung immer beim Anderen. Angst vor einer privaten Partnerschaft, denn dabei müsste er einen „Part“, ein Teil, übernehmen und zu diesem Teil auch stehen oder ihn verteidigen.
Das alles will der Jasager nicht, er fühlt sich bestenfalls als ausführendes Organ sicher und wenn`s schiefgeht, dann sind die anderen dran schuld.
Nun gibt es im Business, in der Politik, in der Familie, beim Militär oder in der Schule nicht so selten Vorgesetzte oder Oberhäupter, die Jasager gern um sich scharen. Bei der Auswahl ihrer jeweiligen Mitarbeiter oder Partner, wobei das Wort in diesem Fall nicht so ganz stimmt, entscheiden sie sich häufig für einen Jasager es sei denn, der Vorgesetzte hat wirklich einen „Part“ zu vergeben. Dann kann er sich einen solchen nicht leisten. Und so wie der Jasager keine Verantwortung übernehmen will, so wird er auch niemals die Lorbeeren bekommen, die bekommt sein Vorgesetzter…
Der Negativdenker
Er ist derjenige, der sich ständig Sorgen macht, denkt er. Sorgen um sich selbst, um andere, um die Welt…
Er ist der „Schwarzseher“, der sich verbissen, unermüdlich und voller „guter Absichten“ auf der Jagd nach Fehlern schier aufopfert. Je mehr Sorgen er sich macht, desto weniger tut es seine Umgebung. Schließlich muss ja ein Gegengewicht zu seiner Schwarzseherei gesetzt werden. So schlepppt er sich durch’s Leben, gleich Atlas, der die Last der Welt auf sich genommen hat, nach dem Motto „Einer muss es ja tun“.
Stellt sich die Frage, warum tut ein Mensch so etwas, wonach strebt er, was sucht er?
Er strebt danach, ernst genommen zu werden, will auch einen wichtigen Beitrag leisten, ist überzeugt davon, wenn man es sich schwer macht, dann ist man auch wichtig.
Mütter wenden diese Katastrophenvermeidungsstrategie sehr gerne an, wenn sie ihre Kinder, gleichgütig ob kleine oder große, aus ihrer Obhut entlassen müssen. Z.B. wenn sich das kleinere Kind allein auf den Schulweg macht, dann „räumen“ viele Mütter gedanklich alle möglichen Gefahrenquellen dadurch aus dem Weg, dass sie sich „das Schlimmste“ vorstellen, damit es nicht passiert. Diese Strategie wenden natürlich nicht nur Mütter sondern auch mütterlich / fürsorglich veranlagte Personen auf alle nur erdenklichen Situationen an, und sie tun es wirklich gern, um Schlimmes zu vermeiden.
Hier einige der gängigsten Beispiele:
Die Vorstellung der totalen Verarmung, z.B. durch Jobverlust als Hartz VI-Empfänger, geächtet von allen mit seinem einzigen Freund, dem Fernseher, dahin zu vegetieren.
Die Vorstellung einer schlimmen unheilbaren Krankheit, z.B. Krebs, Gefäßverengung, Bluthochdruck, Diabetes bis hin zu HIV-positiv.
Der Vorstellung einer Pleite, ob geschäftlich, partnerschaftlich, durch Immobilien oder sonstige Investitionen z.B. Kapitalanlagen.
Die Vorstellung, in Ungnade zu fallen, z.B. beim Arbeitgeber, beim Vermieter, im Freundeskreis, in der Familie.
Die Vorstellung, nicht schön genug zu sein, z.B. durch Übergewicht, schlechte Haut, hässliche Zähne oder dünne Haare.
Die Vorstellung, nicht intelligent genug zu sein und dadurch keine Aussicht auf einen einigermaßen respektierten Job zu haben.
Solche Vorstellungen werden dann mit Akribie unter die Lupe genommen und analysiert…bis, ja eigentlich bis alles neutralisiert ist und die Gefahr mal wieder gebannt ist.
Auch eine Möglichkeit der Lebensbewältigung, wenn auch eine sehr anstrengende, undankbare und von der Umwelt wenig geschätzte Methode.
Übrigens, Negativdenker halten sich für die eigentlichen Lebenskünstler, denn sie werden häufiger als andere positiv überrascht.
Der Positivdenker
Der Positivdenker fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise den anderen gegenüber überlegen.
Er ist überzeugt davon, Kraft seiner positiven Gedanken die Welt und sein Schicksal nach seinem Willen lenken zu können. Der Positivdenker sieht das nicht nur als eine Technik an, die man in schweren Zeiten durchaus anwenden sollte, er ist vollkommen überzeugt davon, wenn er es nicht lenkt, dann tut es keiner.
Alles, was ihm geschieht, führt er auf seine eigenen Gedanken zurück, im Guten wie im Bösen. Geschieht etwas nach seinen Vorstellungen, dann, so glaubt er, hat er richtig gedacht, denn er hält sich für den ausschließlichen Schöpfer seines Schicksals. Geschieht etwas, was seinen Vorstellungen nicht entspricht, ob das nun positiv oder negativ ist bleibt einmal dahingestellt, dann, so bildet er sich ein, war seine Schöpferkraft nicht stark genug oder nicht genau genug.
Er negiert den sog. Schatten, die dunkle Seite, die Polarität weil er sich diesem unberechenbarem „hin und her“ entziehen möchte.
Sein Motto lautet: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur“
Im Grunde genommen leidet er an einem Minderwertigkeitskomplex. Er nimmt es sich selbst übel, nicht Herr über das Universum zu sein und als einziger die Geschicke lenken zu können. Zumindest sucht er nach einem „Trick“, und er ist überzeugt davon diesen auch zu finden, wie es zu bewerkstelligen ist, nur noch das zu erleben, was in seiner Vorstellung dem Positiven entspricht.
Zugegeben, damit hat er eine Lebensaufgabe, die ihn beschäftigt hält. Das sein Wunsch schlichtweg nichts in der materiellen Realität verloren hat, das kann und will er nicht glauben. Dann wäre er ja, wie all die Anderen, verschiedenen unkontrollierbaren Einflüssen ausgeliefert und auch er müsste damit fertig werden. Das traut er sich selbst eigentlich nicht zu und deshalb bleibt er Positivdenker.
Eine positive Grundhaltung ist natürlich gut und richtig ganz besonders dann, wenn alle uns zur Verfügung stehenden Mittel der Einflussnahme ausgeschöpft sind.
Der Ausgeglichene
Diese Persönlichkeit kann man auch ganzheitlich nennen, d.h. sie gebraucht ihre Gehirnhälften sowohl synchron als auch polar, aber niemals im Extrem. Die Fasern zwischen ihren Gehirnhälften, die das Corpus-callosum darstellen, dürfen sich frei und spielerisch bewegen, sich finden und berühren und sich wieder trennen um sich aufs neue mit anderen Fasern von der jeweiligen Gegenseite (Ratio oder Gefühl) zu finden, zu berühren und sich wieder zu trennen.
Man nennt diesen Prozess, es fließen lassen.
Je häufiger wir es fließen lassen, d.h. je weniger wir mit unserem Willen in den Fluss unserer Gedanken und Gefühle eingreifen, desto ausgeglichener ist die Persönlichkeit.
Wir empfinden diese Menschen als angemessen und stimmig. Sich in ihrer Nähe aufzuhalten ist wohltuend, entspannt, nimmt den Stress. Auf natürliche, selbstverständlich wirkende Art und Weise sagen und tun sie zur rechten Zeit im rechten Maß ganz einfach das Richtige, was immer es auch sein mag.
Erfolg oder Misserfolg - eine Frage der Persönlichkeit
Zuerst stellt sich die Frage, was macht eine Persönlichkeit aus?
Allgemein bekannt ist natürlich, dass ein Mensch durch Elternhaus, Ausbildungsstätte und soziales Umfeld geprägt wird. Die Frage ist aber, warum entwickeln sich Menschen unterschiedlich, obwohl ganz ähnliche Voraussetzungen vorhanden waren.
Unterschiedliche Wahrnehmung schafft unterschiedliche Prägung
Es liegt weniger daran, WAS ein Mensch als prägend erlebt hat als vielmehr daran, WIE er es erlebt. Die einen nehmen den Hauptteil ihres Erlebens mit der Ratio, also der linken Gehirnhälfte wahr, die anderen nehmen es mehr mit dem Gefühl, also der rechten Gehirnhälfte wahr. Beides ist zwar richtig, jedoch unvollkommen, d.h. sie sehen nur die halbe Wahrheit. Nun liegt es am jeweiligen Gegenüber/ Gesprächspartner, welche Seite der Wahrheit er wahrnimmt. Stimmen die Sichtweisen überein, sind also beide Rationalisten oder Gefühlsbetonte versteht man sich zwar, findet aber keine Ergänzung oder Bereicherung im Gespräch. Ergebnis: Alles bleibt beim Alten.
Kommt ein Rationalist mit einem Gefühlsbetonten zusammen ist es zwar für eine gewisse Zeit lang recht unterhaltsam, Bewegung kommt zustande, Ideen sprießen, aber, für beide Seiten wird es auf Dauer zu anstrengend. Ergebnis: Beide haben sich gefreut, den anderen kennengelernt zu haben, aber für ein gemeinsames Projekt ist wohl die Zeit noch nicht gekommen.
Schlimm wird es, wenn ein Rationalist ganz rational über Gefühlsangelegenheiten spricht. Das Gegenüber fühlt sich verletzt und unverstanden, ganz gleich ob er zur Gruppe der Rationalisten oder Gefühlsbetonten gehört. Natürlich auch dann, wenn Gefühlsbetonte ganz gefühlvoll über rationale Angelegenheiten sprechen. Der Andere findet das Gespräch einfach nur unglaubwürdig.
Natürlich gibt es auch Mischformen. Beide Gehirnhälften sind zwar aktiv, werden aber nicht synchron gebraucht, sondern abwechselnd. Wir erleben solche Menschen als polarisierend, manchmal auch als charismatisch.
Einseitigkeit führt nur zur halben Wahrheit.
Ausgeglichenheit kann man lernen, wenn auch nicht über Nacht. Voraussetzung ist, man muss seine alten Verhaltensmuster, die rationalen oder die gefühlsbetonten, anpassen, also ins Gleichgewicht bringen. Die Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften nennt man das Corpus-callosum, eine Brücke bildende Fasern zwischen den Gehirnhälften, die eine sinnvolle Koordination ermöglichen oder auch, wie es im alten China genannt wurde: „Das Tor zum Himmel“.
Es folgt nun die Beschreibung einiger Persönlichkeitsanteile, die mehr oder weniger auf uns alle zutreffen.
Zu Beginn, die Beschreibung des sog. Idealzustandes.
Bewusstsein
Im Unterbewusstsein ist die Vergangenheit eines Menschen und zum Teil die seiner Vorfahren gespeichert. Es entsteht ein Wiederholungsprozess, immer wiederkehrende Situationen bestimmen das Leben. Wenn wir mehr aus dem Bewusstsein leben würden, wäre dieser Wiederholungsprozess zwar nicht sofort beendet, aber er würde eine immer geringere Rolle spielen.
Oft hört sich das dann so an, als „dürften“ z.B. Ingenieure oder Mathematiker nur in Zahlen oder technischen Fakten denken und sprechen, alles Menschliche wie Gefühle wird als verpönt empfunden – spätestens bei der Partnersuche wird es dann schwierig. Lehrer wirken oft wie Besserwisser, sie setzen sich selbst damit unter Druck, alles wissen zu müssen. Kreative sind häufig sehr eigensinnig. Im Sozialbereich Tätige geben gern ungefragte Ratschläge – die dann das wert sind, was sie kosten - Theologen versuchen immer mild und freundlich zu wirken, sprechen leise und bedächtig, obwohl sie innerlich voller Wut oder Empörung sind.
Die ewigen „Kinder“ wollen alles immer noch so machen, wie sie es von Mutti gelernt haben, sie wollen ganz genau gesagt bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben, dann sind sie zufrieden. Im Beruf oder in der Partnerschaft wundern sie sich dann, wenn sie immer in untergeordneter Position bleiben. Eine andere Gruppe in der „Kinderabteilung“ sind die „bockigen“ Kinder. Alles, was die Eltern, die Lehrer, der Staat usw. sagen oder gesagt haben, ist falsch! Alles, was sie selbst denken und sagen, ist richtig! Das kann schwierig werden, aber auch diese Gruppe kann ins Bewusstsein finden. Hier passt der Spruch: „Ein Mensch ist dann erwachsen, wenn er etwas tut, obwohl es seine Eltern gesagt haben“.
Wie gesagt, Menschen, die aus dem Unterbewusstsein leben, leben aus der Vergangenheit und in Wiederholungen. Es ist fast so, als würden sie in einem Zug fahren und ständig über das nachdenken, was sie vor vielen Stationen gesehen und erlebt haben. Die jetzige Station wird kaum wahrgenommen. Dann fährt der Zug weiter und sie fangen an über kommende Stationen zu lesen, zu diskutieren, zu schwärmen und zu streiten, obwohl noch niemand dort war. Irgendwann kommt diese viel diskutierte Station und, so hatten sie sich das aber nicht vorgestellt..., und der gleiche Prozess geht weiter, man erzählt sich nach vielen weiteren Stationen von dieser Station und schließt auf die nächsten Stationen.
Die Gegenwart wird so nur peripher wahrgenommen. Ist ein Mensch im Bewusstsein und nicht „in Gedanken“, nimmt er die ganze Gegenwart wahr. Und – nimmt er wirklich die Gegenwart wahr, kommt er automatisch ins Bewusstsein. Ist er dagegen ständig in Gedanken, also in der Vergangenheit oder in der Zukunft, werden Entscheidungen fast zur Qual. Das ist nachvollziehbar, denn er kann ja nur das wieder erleben, was er schon einmal, zumindest ähnlich, erlebt hat. Eine Entscheidung kann er nur aufgrund der vergangenen Erfahrung treffen, die Gegenwart bleibt jedes mal außen vor. Die ersehnte Spontaneität fehlt gänzlich, denn diese entsteht nur aus der Gegenwart, aus dem Bewusstsein heraus.
Ein Mensch, der als interessant, unterhaltsam, authentisch und erfrischend empfunden wird, ist häufig im Bewusstsein. Naheliegend, er hat es leichter, in allen Lebensbereichen, als z.B. der ewige Zauderer. Dieser wägt alles so lange ab, bis nichts mehr übrig ist und dann ist er auch noch stolz auf sich, für seine weise Voraussicht.
Viele Vorgesetzte gehen ähnlich vor und wundern sich dann, wenn nichts oder zu wenig geschieht. Die Mitarbeiter sind nicht motiviert, sie langweilen sich oder sind gestresst, weil sich ewig „die gleiche Leier“ wiederholt. Manchmal handeln Vorgesetzte auch zu oft aus dem Gefühl heraus und halten das dann für Spontaneität. Dann entsteht Hektik und Spannung, es ist wie Achterbahn fahren. Oder, das trifft mehr auf Freischaffende zu, sie sind absolut eigensinnig. Auch das ist schwer zu ertragen, weil ihre Ideen losgelöst sind von allen Üblichkeiten.
Nicht nur die Gedanken, auch die sich wiederholende Gefühle kommen aus dem Unterbewusstsein, also aus der Vergangenheit.
Auch Stress, ein häufig empfundener Zustand, entsteht aus mangelndem Bewusstsein, aus mangelndem „Sein“ in der Gegenwart.
Bei beidem hilft also oft, sich auf die Gegenwart zu besinnen.
Bitte, fassen Sie diesen Text nicht dahingehend auf, als „sollten“ Sie nie mehr in Gedanken oder Gefühlen in der Vergangenheit oder Zukunft sein oder schwelgen. Ganz und gar nicht. Aber, versuchen Sie oft genug, immer wieder, in die Gegenwart zu kommen, besonders dann, wenn Sie sich mal wieder nicht entscheiden können.
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