Er ist derjenige, der sich ständig Sorgen macht, denkt er. Sorgen um sich selbst, um andere, um die Welt…
Er ist der „Schwarzseher“, der sich verbissen, unermüdlich und voller „guter Absichten“ auf der Jagd nach Fehlern schier aufopfert. Je mehr Sorgen er sich macht, desto weniger tut es seine Umgebung. Schließlich muss ja ein Gegengewicht zu seiner Schwarzseherei gesetzt werden. So schlepppt er sich durch’s Leben, gleich Atlas, der die Last der Welt auf sich genommen hat, nach dem Motto „Einer muss es ja tun“.
Stellt sich die Frage, warum tut ein Mensch so etwas, wonach strebt er, was sucht er?
Er strebt danach, ernst genommen zu werden, will auch einen wichtigen Beitrag leisten, ist überzeugt davon, wenn man es sich schwer macht, dann ist man auch wichtig.
Mütter wenden diese Katastrophenvermeidungsstrategie sehr gerne an, wenn sie ihre Kinder, gleichgütig ob kleine oder große, aus ihrer Obhut entlassen müssen. Z.B. wenn sich das kleinere Kind allein auf den Schulweg macht, dann „räumen“ viele Mütter gedanklich alle möglichen Gefahrenquellen dadurch aus dem Weg, dass sie sich „das Schlimmste“ vorstellen, damit es nicht passiert. Diese Strategie wenden natürlich nicht nur Mütter sondern auch mütterlich / fürsorglich veranlagte Personen auf alle nur erdenklichen Situationen an, und sie tun es wirklich gern, um Schlimmes zu vermeiden.
Hier einige der gängigsten Beispiele:
Die Vorstellung der totalen Verarmung, z.B. durch Jobverlust als Hartz VI-Empfänger, geächtet von allen mit seinem einzigen Freund, dem Fernseher, dahin zu vegetieren.
Die Vorstellung einer schlimmen unheilbaren Krankheit, z.B. Krebs, Gefäßverengung, Bluthochdruck, Diabetes bis hin zu HIV-positiv.
Der Vorstellung einer Pleite, ob geschäftlich, partnerschaftlich, durch Immobilien oder sonstige Investitionen z.B. Kapitalanlagen.
Die Vorstellung, in Ungnade zu fallen, z.B. beim Arbeitgeber, beim Vermieter, im Freundeskreis, in der Familie.
Die Vorstellung, nicht schön genug zu sein, z.B. durch Übergewicht, schlechte Haut, hässliche Zähne oder dünne Haare.
Die Vorstellung, nicht intelligent genug zu sein und dadurch keine Aussicht auf einen einigermaßen respektierten Job zu haben.
Solche Vorstellungen werden dann mit Akribie unter die Lupe genommen und analysiert…bis, ja eigentlich bis alles neutralisiert ist und die Gefahr mal wieder gebannt ist.
Auch eine Möglichkeit der Lebensbewältigung, wenn auch eine sehr anstrengende, undankbare und von der Umwelt wenig geschätzte Methode.
Übrigens, Negativdenker halten sich für die eigentlichen Lebenskünstler, denn sie werden häufiger als andere positiv überrascht.
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