Der Jasager ist überzeugt davon, damit am besten durchs Leben zu kommen, denn er sucht in erster Linie nach Sicherheit. Sicherheitshalber sagt er zu allem erst einmal „ja“. Der Gesprächspartner nimmt natürlich an, der Jasager sei mit ihm einer Meinung, das freut ihn und er spricht munter weiter, stets begleitet von einem vielsagenden Kopfnicken und dem sich in Variationen wiederholendem „Ja“, ja selbstverständlich, oh ja, ja, bin ganz ihrer Meinung, aber ja doch, es kann nicht anders sein, das ganze begleitet von entsprechenden Handbewegungen und zum Schluss ein bejahender Handschlag mit der Bestätigung, ich bin ganz auf ihrer Seite. (Wo soll er auch sonst sein?!) Wenn die erste Euphorie über das nette Gegenüber langsam verfliegt, was einige Wochen oder auch länger dauern kann, wird der Gesprächspartner stutzig. Das kann doch gar nicht sein, denkt er sich insgeheim, ich habe so viele verschiedene Themen angeschnitten und immer ist der andere meiner Meinung? …
Er ist es natürlich nicht. – Und nun kommt die Überraschung, zunächst nimmt man an, der andere traut sich vielleicht nicht seine Meinung zu sagen, aber weit gefehlt, in aller Regel hat der Jasager keine Meinung. Er will auch keine haben. Was er hat, ist Angst. Angst vor allem und jedem. Und diese Angst will er sich nicht eingestehen, seinem Gegenüber noch viel weniger. Angst einen Fehler zu machen, Angst nicht gemocht zu werden, Angst sich zu blamieren, Angst ein Außenseiter zu sein, Angst vor Verantwortung, denn der Jasager lässt durch sein ewiges Ja sagen die Entscheidung immer beim Anderen. Angst vor einer privaten Partnerschaft, denn dabei müsste er einen „Part“, ein Teil, übernehmen und zu diesem Teil auch stehen oder ihn verteidigen.
Das alles will der Jasager nicht, er fühlt sich bestenfalls als ausführendes Organ sicher und wenn`s schiefgeht, dann sind die anderen dran schuld.
Nun gibt es im Business, in der Politik, in der Familie, beim Militär oder in der Schule nicht so selten Vorgesetzte oder Oberhäupter, die Jasager gern um sich scharen. Bei der Auswahl ihrer jeweiligen Mitarbeiter oder Partner, wobei das Wort in diesem Fall nicht so ganz stimmt, entscheiden sie sich häufig für einen Jasager es sei denn, der Vorgesetzte hat wirklich einen „Part“ zu vergeben. Dann kann er sich einen solchen nicht leisten. Und so wie der Jasager keine Verantwortung übernehmen will, so wird er auch niemals die Lorbeeren bekommen, die bekommt sein Vorgesetzter…
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